Mieterfest 2014 am Bergl

Mit einem großen Mieterfest hat die Stadt- und Wohnbau (SWG) am Samstag am Bergl den Abschluss der Generalsanierung der Häuser Oskar-von-Miller-Straße 71 bis 83, 87 bis 99, Ludwigstraße 8 und Cramerstraße 15 gefeiert. Insgesamt hat die SWG hier 15,3 Millionen Euro investiert. Geschäftsführer Alexander Förster dankte den in großer Zahl erschienenen Mietern für das geduldige Aushalten so vieler Unannehmlichkeiten während der Bauphase. OB und SWG-Aufsichtsratsvorsitzender Sebastian Remelé fasste das Ergebnis der Sanierung so zusammen: „Es ist schön geworden“.

Im Festzelt begrüßte der OB neben den Mietern auch MdL Kathi Petersen, alle städtischen Referenten und den halben Stadtrat. Er erinnerte an die Entstehung der SWG aus dem Bündnis ihrer Vorgängergesellschaften GWS und WAG im Jahr 2006. Seit 2007 ist die SWG GmbH im alleinigen Eigentum der Stadt. 2008 kam die Aufgabe Wohnungsverwaltung für alle Stadt-Immobilien und ab 2010 auch für die der Stadtwerke hinzu. Die SWG verfügt über 5000 Wohnungen in 280 Häusern, in denen 12 000 Schweinfurter Bürger leben, also fast jeder Fünfte. Es gibt 80 Gewerbeeinheiten, 2000 Garagen und/oder Stellplätze.

Über Dienstleistungsverträge werden heute auch Umlandgemeinden und Private von den 220 SWG-Mitarbeitern betreut. Remelé nannte die SWG deshalb einen „wichtigen Gestalter von Schweinfurt, wichtigen Arbeitgeber und Partner in der Stadtentwicklung“.

Dass man heute „anders wohnt“, das habe die SWG früh erkannt und entsprechend mit Sanierungen und Modernisierungen reagiert – wie zuvor in anderen Stadtteilen nun auch am Bergl. Wichtig war ihm der Hinweis, dass man sich um eine „barrierearme“ Umsetzung bemüht und großen Wert auf die Energieeinsparung gelegt habe.

Darauf ging Förster detaillierter ein. Erheblich Energie eingespart worden sei durch Wärmedämmung und Anbindung ans Fernwärmenetz. Die SWG zeige damit nachdrücklich, dass CO2-Reduzierung und Energieeffizienz nicht teuren Neubauten vorbehalten bleiben müssten. Man habe die Vorgaben der Energiesparverordnung sogar um zirka 35 Prozent übererfüllt. „Das schützt die Umwelt und macht sich bei der jährlichen Betriebskostenabrechnung im Geldbeutel bemerkbar“, so Förster.

Die Bewohner der Oskar-von-Miller-Straße könnten sich zudem über ihre neuen Balkone, frisch bepflanzte Außenanlagen und moderne Bäder freuen. Dank sagte Förster auch der Regierung für die Fördermittel, die die Modernisierung der rund 150 Wohnungen im geschilderten Rahmen erst möglich machten. Es wären auch höhere Mieten möglich, man bewege sich aber am unteren Rand des Mietspiegels und komme damit auch „unserem sozialen Auftrag als kommunales Unternehmen nach“. 90 Prozent der SWG-Wohnungen fielen in eine Kategorie, die es „auch Transfereinkommensbeziehern ermöglicht, bei uns einzuziehen“, sagte Förster.

Das laut dem SWG-Chef innovative Senioren-Wohnprojekt des Freien Altenrings für 23 Bewohner in der Oskar-von-Miller-Straße 95 bis 99 stellte Vereinsvorsitzende Ulrike Stahl vor. Die Wohnform sei „alles andere als neu“, korrigierte sie ihre beiden Vorredner unter Hinweis auf solche in anderen Städten längst realisierten Alten-WGs. Die in Schweinfurt sei allerdings die erste in Unterfranken.

Stahl erinnerte an die 15 Jahre lange Vorlaufzeit „mit Höhen und Tiefen“. Den 23 Bewohnern zollte sie Respekt und Mut, „es nun zu wagen“. Sie nannte die Bewohner solcher Alten-WGs „besondere Menschen“. Auch die in Schweinfurt – seit einem halbem Jahr existente – WG laufe unter der vielsagenden Devise „lieber gemeinsam als einsam“. Die vom Freien Altenring in Kooperation mit der Lokalen Agenda 21 und der Hospitalstiftung entstandene „Senioren-WG“ werde auch nicht die letzte sein, „wir haben schon neue Projekte im Auge“, sagte Stahl.

Die Möglichkeit, die Senioren-WG zu besuchen, nutzen viele. Es gab außerdem die Ehrung langjähriger SWG-Mieter, einige darunter, die das über 50 Jahre sind. Ein buntes Rahmenprogramm sorgte für Unterhaltung, Hüpfburg und Spielbus gab es speziell für die kleinen Gäste. Eine Tombola belohnte zum Abschluss mit ein bisschen Glück neue wie alte Mieter mit einem Reisegutschein und weiteren attraktiven Preisen.

Hannes Helferich